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Alex World

50Cent Story

Die Marke "50 Cent"


Ein Rapper, der von ganz unten kommt und neunmal angeschossen wurde - 50 Cent inszeniert seine Herkunft in Musik, Buch und Film. Der Superstar ist ein Markenprodukt, das Gangsterimage seine Verkaufsstrategie.



Es geht ums Geld bei Rapper 50 Cent. Das Geräusch einer fallenden Münze ist sein Markenzeichen, so viel Reichtum wie möglich anzuhäufen, ist sein Ziel. Das gelingt ihm auch: Seine Alben verkaufen sich millionenfach, er verdient mit seinem Label G-Unit am Erfolg anderer Rapper, sein Name prangt auf Videospielen, Kleidungsstücken und Turnschuhen, und letztes Jahr veröffentlichte er seine Biografie. Jetzt läuft seine Geschichte als Film "Get rich or die tryin'" in den Kinos, wofür er natürlich auch den Soundtrack geschrieben hat. Für das Marketing seiner Produkte scheint der Rapper auf Gewalt und Provokation zu setzen. Doch laut Curtis Jackson alias 50 Cent liegt es nur an der traurigen Realität seiner Herkunft, dass in seinen Texten so viel von Drogen und Waffen die Rede ist.

 

Aufgewachsen im Drogenmilieu

50 Cent wuchs im New Yorker Stadtteil Queens auf, als, wie er selbst sagt, "Kind einer Drogendynastie". Seinen Vater bekam er nie zu Gesicht, seine Mutter wurde ermordet, als Curtis neun Jahre alt war. Die Versuche der Großeltern, dem Jungen eine normale Zukunft zu ermöglichen, schlugen fehl: Curtis dealte im großen Stil mit Drogen, landete wiederholt im Gefängnis und rappte nebenbei. Nachdem einige seiner Stücke Szene-Hits wurden, bekam der Rapper einen Plattenvertrag bei Columbia Records und produzierte das Album "The Power of a Dollar".

Neun Schüsse

Doch vorerst wurde aus der Karriere im Musikgeschäft nichts: Am 24. Mai 2000 trafen ihn neun Kugeln in Gesicht, Arme und Beine. Der oder die Täter sind bis heute nicht bekannt. Curtis Jackson überlebte, doch seine Plattenfirma ließ die Veröffentlichung des Albums aus Angst vor negativen Schlagzeilen platzen. Für 50 Cent hieß das, zurück auf die Straße. Er dealte wieder, bis 2003 US-Rapper Eminem auf ihn aufmerksam wurde und ihm einen Plattenvertrag und den musikalischen Support von Dr. Dre vermittelte.

Erfolg auf Skandal, Skandal auf Erfolg

Die eingängigen Melodien und effektiven Beats der Songs, die dramatische Geschichte von 50 Cent und die dauerhafte Unterstützung der Rap-Größen Eminem und Dr. Dre - dieser Kombination ist Aufmerksamkeit und Erfolg sicher. Mit der Single "In Da Club" kam der Durchbruch. Das dazugehörige Album "Get Rich or Die Tryin'" verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal. Auch der Nachfolger "The Massacre" war kommerziell ein großer Erfolg. Dazu trägt bei, dass 50 Cent vor neuen Veröffentlichungen meist für einen handfesten Skandal sorgt. So stritt er sich medienwirksam mit Rapper Ja Rule, als sein erstes Album in den Läden lag, vor dem Release von "The Massacre" war er sogar in eine Schießerei verwickelt. Und kurz bevor sein Kinofilm anlief, war 50 Cent erneut wegen Gewaltverherrlichung in der Kritik, da er auf dem Kinoplakat mit einer Waffe in der Hand
abgebildet ist.

Das Image ist alles

Als Schauspieler enttäuscht 50 Cent. Der kleine Junge, der ihn im Film "Get rich or die tryin'" als Kind darstellt, spielt ihn an die Wand, urteilt "Bayern 3". Und den Soundtrack findet "N-Joy" ebenfalls nur mittelmäßig. Doch das macht dem US-Superstar vermutlich wenig aus. Schließlich ist 50 Cent inzwischen eine Marke, und wo sein Name draufsteht, ist "Gangsta-Rap" drin. Und das verkauft sich, ob nun als Album, Buch, Film, Videospiel oder Turnschuh.

 

 




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